Ein Ausflug und viele Ausstellungen

Zuallererst ein Hinweis: Wie vor Kurzem angekündigt, habe ich inzwischen das Design des Blogs verändert. Allerdings bin ich nicht so recht zufrieden damit, wie er jetzt aussieht. Ich habe gestern und heute viel Zeit damit verbracht, alle möglichen Themes auszuprobieren, die in der kostenlosen WordPress-Version zur Verfügung stehen, aber so richtig glücklich war ich mit keinem. Das lag bei einigen daran, dass sie auf Blogs ausgelegt sind, deren Beiträge immer mindestens ein Bild beinhalten. Bei anderen gefiel mir die Anordnung von Archiv, Tag Cloud, Statistik usw. nicht besonders. Andere Designs fand ich einfach hässlich. Wieder andere zeigen den Untertitel „Kein Thema“, den ich gerne beibehalten möchte, nicht an. Das jetzige gefällt mir eigentlich ganz gut, aber ich hätte eigentlich gerne eine Startseite, auf der man immer nur den Anfang der neuesten Beiträge sieht und dann bei Interesse auf „weiterlesen“ klicken kann. Das bieten nur wenige Designs, ansonsten muss man das nachträglich bei jedem Beitrag einzeln einstellen und darauf habe ich bei über 130 Posts keine Lust. Man kann das wohl über ein Plug-In lösen, da muss ich mich aber nochmal informieren. Des Weiteren fehlt mir irgendwie die orange Farbe vom alten Design, die fand ich gar nicht schlecht. Und bei dem jetzigen Theme kann man nicht sehen, welche Tags ich an einen einzelnen Post vergeben habe, wenn man ihn auf der Startseite liest. Die Fotos in den Beiträgen sind mit diesem Design zwar größer, man muss aber immer noch so viel scrollen. Das lässt sich allerdings, fürchte ich, nicht lösen, denn das hat, wenn ich das richtig sehe, nichts mit dem Design zu tun, sondern damit, welche Einstellung man beim Bildupload wählt (und auch da habe ich keine Lust, das im Nachhinein für jeden Post einzeln zu ändern). Ein Upgrade auf die Premium-Version ist für mich keine Option, ich will fürs Bloggen kein Geld ausgeben. Langer Rede kurzer Sinn: ich habe noch nicht das optimale Design gefunden und werde vermutlich in der nächsten Zeit noch weiter rumprobieren, also wundert euch nicht, wenn der Blog immer mal wieder anders aussieht. Auch den anderen Blog will ich demnächst mal umgestalten, da muss allerdings mehr getan werden als nur ein anderes Design auszuwählen, daher kann sich das noch länger hinziehen.

Aber genug davon. Kommen wir zu meinem Wochenende. Am Samstag bin ich mit dem Zug nach Guildford gefahren. Guildford ist mit fast 100.000 Einwohnern die größte Stadt der Grafschaft Surrey und auch ihre Hauptstadt. Von Farnham aus fährt man dorthin mit dem Zug etwa eine halbe Stunde und muss einmal umsteigen. Die Fahrt war günstiger als erwartet, für 7,40 Pfund (etwas mehr als 10 Euro) kommt man hin und zurück und kann fahren, wann man möchte. Hier in England beschweren sich die Leute in ähnlicher Weise über die Bahn wie in Deutschland, auf meinen beiden Fahrten am Samstag aber war alles absolut püntklich, sauber und problemlos. Sowohl an den Bahnhöfen als auch in den Zügen wird man mit Durchsagen geradezu überschüttet, zum Beispiel wird man nach der Abfahrt gebeten, jegliche Art von Vorkommnissen während der Fahrt dem Personal zu melden, und vor dem Aussteigen daran erinnert, alles mitzunehmen. Und das berühmte „mind the gap“ gibt es auch bei South West Trains.

Guildford eignet sich wunderbar als Ausflugsziel, wenn man shoppen gehen will. Ansonsten ist die Stadt meiner Meinung nach allerdings nicht unbedingt besonders aufregend. Der River Wey ist dort zwar deutlich breiter und beeindruckender als hier in Farnham, und die Schlossanlage ist auch auf jeden Fall sehenswert, aber abgesehen davon fand ich die Stadt eher langweilig – vielleicht habe ich aber auch die Highlights einfach nicht entdeckt. Dazu war es am Samstag auch sehr voll, vor allem im Friary Center, dem Einkaufszentrum in der Nähe vom Bahnhof (es ist aber auch wirklich keine besonders gute Idee, Topshop und Primark ins gleiche Einkaufszentrum zu packen). Hier mal ein paar Bilder:

Am Fluss
Am Fluss

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High Street, eine der Haupteinkaufsstraßen
Die High Street, eine der Haupteinkaufsstraßen

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„The Surrey Scholar“. Die Statue wurde 2002 anlässlich des 35. Jahrestags der Gründung der University of Surrey aufgestellt.
St. Nicolas' Church
St. Nicolas‘ Church

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Die Guildhall, eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt
Die Guildhall, eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt

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Guildford Castle
Guildford Castle
Die Parkanlage rund um das Schloss
Die Parkanlage rund um das Schloss

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Freizeitvergnügen am Schloss
Freizeitvergnügen am Schloss

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St. Saviour's Church
St. Saviour’s Church

Da abends die Sonne nochmal richtig rauskam, bin ich nach der Rückfahrt noch ein bisschen durch Farnham gelaufen und habe dabei einen Pub auf der Abbey Street entdeckt, den ich irgendwie unbedingt fotografieren musste.

The Lamb. Den
The Lamb. Den „Rooftop Garden“ würde ich gerne mal sehen.

Gestern habe ich nichts unternommen. Meine Gastfamilie ist gestern in den Urlaub nach Ibiza aufgebrochen, außerdem ist noch ein anderer Praktikant eingezogen, der jetzt für einen Monat hier wohnen wird. Da musste dann einiges abgesprochen werden, was wir während der Abwesenheit der Familie beachten müssen. Außerdem wurde überall im Haus gepackt, geputzt und aufgeräumt. Um das Ganze zu koordinieren, klebte John, der Vater der Familie, eine ganze Wand in der Küche voll mit Post-Its, auf denen die verschiedenen Aufgaben standen, unterteilt in „to do“, „doing“ und „done“. Jedes Familienmitglied sollte sich dann ein paar Zettel aussuchen und die Aufgaben erledigen, ganz nach dem Motto „wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ (sprich: kann sich die angenehmsten Aufgaben aussuchen). John war total begeistert und überzeugt von diesem Konzept, das bei ihm auf der Arbeit auch immer angewendet wird, damit alle in die Prozesse einbezogen werden, aber ich hatte den Eindruck, die Kinder hätten es besser gefunden, wenn man ihnen einfach irgendwas aufgebrummt hätte. Trotzdem wurden es nach und nach immer weniger „to do“-Zettel, allerdings blieb – wie sollte es anders sein – der mit der Aufschrift „clean loo“ bis kurz vor der Abreise hängen.

Heute ging es ganz normal in der UCA weiter. Bei meinem Projekt bin ich heute auf besonders viele interessante Dinge gestoßen. Es ist wirklich schade, dass die Ausstellungen, um die es geht, alle schon mindestens fünf Jahre zurückliegen, einige hätte ich mir wirklich gerne mal angesehen. Zum Beispiel die mit Bildern des Künstlers Alan Young, der Gedichte der finnlandschwedischen Dichterin Edith Södergran (1892-1923) übersetzt und von ihnen inspirierte Bilder gemalt hat. Er ist immer wieder nach Karelien (im Grenzgebiet von Finnland und Russland) gereist, um die Natur und Kultur kennenzulernen, in der die Dichterin gelebt hat. Bei den Unterlagen zu der Ausstellung fanden sich auch einige tagebuchartige Aufzeichnungen von Alan Young, in denen er seine Eindrücke aus der Gegend und vor allem auch die Unterschiede in Kultur und Mentalität zwischen Finnen und Russen schildert. In einer anderen Ausstellung zeigte Young die Zeichnungen, die er bei seiner Recherche über die historische, aber bis heute lebendige Tradition des Hahnenkampfs in Frankreich und Belgien angefertigt hat (Fotografieren ist bei diesen Veranstaltungen verboten). Dazu gab es auch einen Text, in dem er sehr detailreich schildert, wie diese Kämpfe ablaufen – nichts für schwache Nerven.

Außerdem beschäftigte ich mich mit einer Ausstellung, die die Ergebnisse von vier Experimenten präsentierte, die eine Künstlerin in einem Wald in Kent durchgeführt hat. Dabei untersuchte sie unter anderem, wie anders Vogelgesänge von Menschen im Vergleich zu Vögeln wahrgenommen werden und kreierte ein Parfüm mit dem Duft des Waldes. Auch interessant fand ich die Geschichte des Malers Ian Fairweather (1891-1974), der 1952 ganz alleine mit einem selbstgebauten Floß von Darwin in Nordaustralien bis nach Timor fuhr. Ein anderer Künstler hat später ein ganz ähnliches Floß gebaut und damit vergeblich versucht, von der Küste in Whitstable (Kent) die Insel Sheppey zu erreichen. Obwohl er damit scheiterte, stellte er sein Floß und viele weitere Objekte, die mit seiner eigenen oder Fairweathers Reise zu tun hatten, einige Zeit später in Canterbury aus. Gut gefallen haben mir auch die comicartigen Zeichnungen von John Watson, der während seiner Studienzeit am Royal College of Art in London sein eigenes Magazin mit Karikaturen („Spy“) herausgab. Er wurde nur 40 Jahre alt, nach seinem Tod fand man in seinem Studio über 5.000 Werke, von denen viele nie veröffentlicht wurden. Seine Witwe stellte daraus eine Ausstellung zusammen, die dann unter anderem in der Herbert Read Gallery in Canterbury gezeigt wurde. Auf dem Blog von Christopher Sharrock, einem Freund von Watson, kann man einige Werke sehen, ansonsten findet man im Internet leider nicht besonders viel zu diesem Künstler, der nicht nur gut zeichnen konnte, sondern auch Humor hatte und sich gerne von Zitaten berühmter Persönlichkeiten (unter anderem Ovid oder Walter Benjamin) inspirieren ließ. Seine Zeichnungen sind übrigens in vielen verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften erschienen, außerdem illustrierte er Kinderbücher.

Demnächst werde ich noch ein anderes, kleineres Projekt bearbeiten. Und zwar befindet sich die Privatbibliothek des Animators und Regisseurs Bob Godfrey im Besitz des UCA-Archivs, ist allerdings bisher noch nicht katalogisiert worden. Zusammen mit Nicky, die in der Unibibliothek fürs Katalogisieren zuständig ist, werde ich daran arbeiten. Katalogisieren gehört zwar nicht unbedingt zu meinen Lieblingsaufgaben innerhalb des Bibliotheks-/Archivwesens, aber erstens kann es nie schaden, darin mehr Routine zu bekommen, zweitens funktioniert das Ganze hier in England anders als in Deutschland und das könnte interessant werden, und drittens hat Godfrey viele der Bücher mit Unterstreichungen und Anmerkungen versehen, anhand derer man vermutlich einen Einblick in seine Arbeitsweise erhalten kann. Ich weiß aber noch nicht, wann ich daran arbeiten werde, das kommt darauf an, wann Nicky Zeit hat, vielleicht erst im September.

Das war es dann erstmal wieder mit Neuigkeiten aus Farnham. Fehlt noch der etwas verspätete Song der Woche. Der kommt dieses Mal von The Districts und trägt den Titel „4th and Roebling“. Ich habe ihn hauptsächlich deshalb ausgewählt, weil ich ihn in der vergangenen Woche dauernd im Kopf hatte, aber er passt rückblickend betrachtet auch ziemlich gut zu den letzten sieben Tagen – einfach so vom Gefühl her.

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