Heimat, aus der Sicht von: Kirsten, 25, Bibliothekarin & Informatikstudentin mit Wohnort Stuttgart

Wenn mich jemand nach meiner Heimatstadt fragt, sage ich „Eislingen an der Fils“ (allein schon weil es Itchy Poopzkid auch tun, ich war übrigens auf deren allerzweiten Konzert dabei, damals noch als Nutella, aber ich schweife ab). Aber würde ich es auch als meine Heimat bezeichnen? Ich glaube nicht. Aber ich glaube genauso wenig, dass ich irgendeinen anderen Ort auf dieser Welt als meine Heimat bezeichnen könnte.

Es gibt einige Orte, mit denen ich mich verbunden fühle, natürlich gehört Eislingen dazu, weil ich dort 10 Jahre lang aufgewachsen und 13 Jahre zur Schule gegangen bin, aber auch Stuttgart, wo ich jetzt wohne und arbeite, und mich ein bisschen „angekommen“ fühle, aber auch der Ort, an dem meine Familie seit 15 Jahren wohnt und wo ich 10 Jahre lang gewohnt habe.

Aber seltsamerweise am allermeisten mit dem Dorf, in dem meine Großeltern gewohnt haben, fast 500 Kilometer von hier, wo ich als Kind fast jede Schulferien war. Vielleicht liegt das daran, dass es irgendwie ein Kinderparadies war. Mit dem Schuppen im Hof, in den wir Kinder eigentlich nicht reindurften, es aber natürlich trotzdem (oder vielleicht gerade deswegen) immer getan haben, wenn wir uns unbeobachtet fühlten, dem Innenhof mit der Hecke zu dem Nachbarn, dessen Gesicht ich meines Wissens nie gesehen habe und dem Farn dazwischen, dem ebenerdigen „Keller“… und die vielen Bauernhöfe im Dorf, dem „Kaufmann“, wo Treschen (Tres-chen gesprochen) an der Kasse saß und es immer diese Kirschlutscher mit Pappstiel gab.

Auch das ist wieder abgeschweift, aber das zeigt vielleicht, wie sehr ich mich mit diesem kleinen Dorf verbunden fühle, obwohl ich seit mindestens 10 Jahren nicht mehr dort war. Es ist trotzdem der Ort, den ich am meisten mit dem Wort Heimat verbinde, aber wenn ich genauer darüber nachdenke, wird mir bewusst, dass ich das wahrscheinlich alles nur verkläre.

Habe ich denn eine Heimat?

Ja. Das ist mir neulich ganz spontan bewusst geworden. Jedoch ist Heimat für mich kein Ort, sondern Erinnerungen. Geräusche, Gerüche, Gefühle, Bilder… Eines Abends habe ich auswärts übernachtet, und die Bettwäsche hat sich genauso angefühlt und genauso gerochen, wie im Haus meiner Oma. Und plötzlich habe ich mich zu Hause gefühlt.

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2 Gedanken zu „Heimat, aus der Sicht von: Kirsten, 25, Bibliothekarin & Informatikstudentin mit Wohnort Stuttgart

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