Heimat, aus der Sicht von: Janka, 26, Arbeitsuchende (nach dem Studium) mit Wohnort Leipzig

Heimat, habe ich eine Heimat so im klassischen Sinne? Und was ist das dann eigentlich? Die erste Frage würde ich schlicht mit „Ja“ beantworten, bzw. vielleicht doch nicht ganz so einfach, sondern mit „Ja, ich habe mehrere Heimaten (sollte das der korrekte Plural dazu sein)“. Die zweite Frage ist schon nicht mehr ganz so einfach zu beantworten. Was genau macht Heimat aus? Ist es ein Ort? Ein Gefühl? Oder doch einzelne Personen? Ich glaube, für mich ist es ein Mix.

Es gab mal eine Zeit, in der ich dachte, dass der Ort, in dem ich geboren wurde und aufgewachsen bin, meine Heimat sei, und zwar die EINZIGE für IMMER. Erst als ich den zweiten Ort, an dem ich längere Zeit lebte, nach einigen Jahren verließ, wurde mir bewusst, dass dem nicht so war. Als ich jenen zweiten Ort nach einer Weile wieder besuchte, fuhr ich mit einem Auto über eine Brücke auf besagte Stadt zu. Es war früher Abend und die Sonne blitzte noch durch die Wolken, der Himmel war schon leicht rosa. Als ich so auf die Skyline und insbesondere den Dom blickte (ja, die Stadt von der ich spreche, ist Kölle! :D ), breitete sich auf meinem Gesicht ein Grinsen und in meiner Brust so eine Wärme aus – und ja, das klingt extrem kitschig, aber so war es wirklich- da hatte ich das Gefühl, ich fahre in die Heimat, obwohl dies ja gar nicht mein Geburtsort war. So ein aufgeregtes freudiges Gefühl, das sagt, das kennst du, hier bist du zu Hause. Das Gefühl kannte ich schon gut, denn wenn ich nach längerer Zeit wieder an meinem Geburstort war und an bekannten Straßenzügen, Gebäuden, Parkanlagen vorbeifuhr oder lief, packte es mich auch. Da ist also so etwas wie eine örtliche Heimat, die es für mich gibt, die jedoch unbegrenzt erweitert werden kann auf viele Orte. Orte, die ich mit Erinnerungen verbinde, wo ich eine längere Zeit meines Lebens verbracht habe, die mir gut bekannt sind, und die dann eben dieses Heimatgefühl auslösen.

Neben diesem ortsgebundenen Gefühl verknüpfe ich Heimat aber auch mit liebgewonnenen Menschen. Es gibt Menschen, mit denen fühle ich mich zu Hause, egal wo ich mich befinde. Und das müssen auch keine Familienmitglieder sein. Menschen, bei denen ich einfach mit all meinen Macken so sein kann, wie ich will und bin, mit denen auch nichts sagen ok ist, genauso wie streiten, lauthals lachen und albern sein. Allein die Anwesenheit dieser Menschen reicht aus, um mich ganz zu Hause zu fühlen.

Tatsächlich habe ich zudem über die Zeit herausgefunden, dass selbst meine eigenen Möbel, wo auch immer sie denn stehen mögen, bei mir ein heimatliches Gefühl verursachen.

Würde ich also versuchen, eine Gemeinsamkeit zwischen all den heimatauslösenden Dingen zu finden, so ist Heimat wohl schlicht das oder die Bekannte/n und Geliebte/n für mich, das/die ein warmes und wohliges Gefühl verursacht/verursachen.

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