„I’ll feel completely lost in Stuttgart if you go.“

Der Begriff „Clubsterben“ ist hier in Stuttgart momentan in aller Munde. Wegen des Großprojekts Stuttgart 21 müssen immer mehr Clubs schließen. Ich habe es selbst schon miterlebt, zum Beispiel bei der „Röhre“, in der ich 2011 ein wunderbares Konzert von Friska Viljor besucht habe, oder beim „Rocker 33“, das erst umziehen und dann komplett dichtmachen musste. Wer in Stuttgart und Umgebung wohnt, kennt bestimmt diese Aufkleber mit dem weißen Hasen auf schwarzem Grund, die gefühlt an jedem zweiten Laternenpfahl bäbben, wie die Schwaben sagen. Sie stammen von der Bewegung „Follow the White Rabbit„, die sich gegen die Schließung von kulturellen Institutionen durch das Bahnhofsprojekt einsetzt. Man kann zu Stuttgart 21 stehen, wie man will – die Tatsache, dass die (Sub-)Kulturlandschaft dieser Stadt darunter leidet, wird wohl niemand gutheißen.

Der neueste (mir bekannte) Fall von Club- oder eher Cafésterben in Stuttgart hat zwar nichts mit dem Bahnhof zu tun, ist aus meiner Sicht jedoch besonders traurig – aber auch noch abwendbar. Es geht um das Café Galao am Marienplatz, in dem häufig Gratiskonzerte toller Bands stattfinden, die noch wenig bekannt sind. Erst vor etwa einem Monat konnte ich dort zwei wunderbare Bands kennenlernen und dabei auch noch leckeren Kräuter-Eistee trinken. Ich war (unter anderem) dabei, als MF/MB aus Schweden das kleine Café fast auseinanderrockten, und hier im Blog habe ich auch schonmal von einem Konzert im Galao berichtet. Nun will der Vermieter des Cafés in Immobilien auf Mallorca investieren und dafür Teile seines Stuttgarter Eigentums verkaufen, unter anderem eben das Galao. Der Café-Inhaber hat allerdings ein Vorkaufsrecht und bis Ende März Zeit, die nötige Summe aufzubringen.

Jeder, der ein Interesse daran hat, dass diese schöne Location erhalten bleibt, kann dem Galao Geld leihen oder spenden. Infos dazu gibt es auf der Webseite des Cafés. Morgen wird außerdem ein Crowdfunding-Projekt online gehen. Eigentlich könnte mir das Ganze ja ziemlich egal sein, schließlich ziehe ich sowieso bald hier weg, aber da das Café Galao zu den wenigen Orten in dieser Stadt gehört, die ich nach dem Umzug vermissen werde, werde auch ich etwas spenden. Es wäre wirklich schade, wenn das Galao schließen müsste, denn es bietet nicht nur Gratiskonzerte, sondern ist auch sehr gemütlich und befindet sich in einer meiner Lieblingsecken von Stuttgart. Auch das Essen dort soll gut sein, ich habe es allerdings noch nicht getestet. Sollte ich mal tun.

Zur Begleitung der „Rettungsaktion“ für das Galao hat die Band Two Wooden Stones einen Song geschrieben, den ihr hier anhören könnt. Leider kann man bei dieser Version nicht allzu viel vom Text verstehen, aber den findet man komplett auf der oben verlinkten Galao-Webseite. Der Text enthält unter anderem die Zeile „I’ll feel completely lost in Stuttgart if you go“, die ich direkt mal zum Titel dieses Posts gemacht habe.

Bald werde ich hier von den Konzerten berichten, die ich im Februar besucht habe. Eins davon fand im Galao statt. Und falls sich jemand jetzt fragt, wohin ich denn bald ziehen werde, wohin es mich für den Master verschlägt: nach Leipzig (übrigens die Stadt, aus der Two Wooden Stones kommen). Im April geht es los und ich freue mich schon sehr. Ich freue mich außerdem auf den Beginn der Gastbeitrags-Serie hier im Blog nächste Woche. Wer sich noch beteiligen will, kann das sehr gerne tun! Einsendeschluss ist eigentlich der kommende Sonntag (9. März), aber es ist auch nicht schlimm, wenn ich den einen oder anderen Text etwas später bekomme, da ich die Texte ja sowieso nicht alle sofort am ersten Tag posten werde. Auch wenn ihr nur mit dem Gedanken spielt, einen Text zu schreiben, wäre es nett, wenn ihr mir das in den nächsten Tagen mitteilen würdet (per Kommentar im Blog, über Facebook oder wie auch immer), damit ich ungefähr einschätzen kann, wie viele Texte es werden könnten. Alle Infos findet ihr auf der Seite „Aktion Gastbeitrag 2014“, die ihr links oben anklicken könnt (und die ich weiter oben im Text auch verlinkt habe). Es wäre mir außerdem eine große Freude (und Hilfe), wenn der eine oder andere den Link zu der Seite verschicken, auf Facebook teilen oder sonst irgendwie anderen Leuten zukommen lassen könnte.

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