Sonntag, 25.08.2013: Orte, Fjorde und Natur des Ostens

Wir sitzen im Jugendherbergs-Wintergarten in Seyðisfjörður in der Sonne und frühstücken. So ein Esszimmer hätte ich auch gerne, man möchte gar nicht mehr aufstehen. Trotz des knarzenden Betts und des Schnarchers von nebenan haben wir gut geschlafen. Neben uns sitzt ein etwas alternativ aussehendes bayrisches Ehepaar, sie sagt zu ihm: „Hörst? Da schnattert a Enten.“ Auch wir hören noch eine Weile den Vögeln zu, trinken Tee und essen Marmeladenbrote und Frühstückseier. Dann packen wir zusammen und verabschieden uns von unserem Zimmer. In Jugendherbergen, die einen so besonderen Charme haben wie diese hier, fühlt man sich immer sehr schnell heimisch, es ist fast so, als würde man ein liebgewonnenes Ferienhaus nach zwei Wochen Urlaub wieder verlassen. Mit den wenigen Sachen, die man bei einer solchen Reise dabei hat, richtet man sich innerhalb von wenigen Minuten heimisch ein: jeder bekommt sein Bett und breitet seinen Schlafsack darauf aus, jeder sucht sich einen Haken oder eine Stuhllehne für sein Handtuch, jeder hat seine Ecke für die Tasche. Und da die Jugendherbergen hier in Island alle sehr unterschiedlich sind, ist es jedes Mal ein kleines Abenteuer, abends anzukommen und die Gegebenheiten in Augenschein zu nehmen.

Der Wintergarten in der Jugendherberge von Seyðisfjörður
Der Wintergarten in der Jugendherberge von Seyðisfjörður

Bevor wir Seyðisfjörður verlassen, fotografieren wir noch einmal die Ecke mit der Kirche in der Morgensonne. Als wir dann aus dem Ort herausfahren, entdecke ich an einem Berghang einen Schriftzug im Stile der berühmten „Hollywood“-Schrift. Leider fehlen zwei Buchstaben und deshalb steht dort nur: „YÐISFJÖRÐUR“. Zunächst einmal fahren wir wieder über den Pass in Richtung Egilsstaðir, um dort zu tanken. Unterwegs laufen ein paar Schafe vor uns über die Straße. In dem Auto, das an der Tankstelle hinter uns steht, kläfft ein Mops. Beim Anblick der Tüte, die sein Herrchen, ein alter Mann, aus der Tankstelle mitbringt, verstummt er aber sofort.

Unsere Fahrt wird uns heute durch einige größere und kleinere Orte führen, von denen die ersten fünf zusammen die Gemeinde Fjarðabyggð bilden. Zuerst kommen wir nach Reyðarfjörður, dieser Ort ist größer, als wir erwartet hatten, etwa 1100 Einwohner. Der Reiseführer nennt Reyðarfjörður eine „Boomtown“, wegen der großen Aluminium-Fabrik, die seit 2007 in Betrieb ist. 2005 hat man angefangen, neue Wohnblocks und öffentliche Einrichtungen für die Arbeiter zu bauen. Wären wir also vor acht Jahren schon in diesen Ort gekommen, hätte sich uns wahrscheinlich ein ganz anderes Bild geboten als jetzt. Man merkt, dass hier vieles neu ist, es gibt einen deutlich geringeren Anteil an angegammelten Buden als in vielen anderen isländischen Orten. Hinter Reyðarfjörður steigt die Straße wieder an, so kann man noch einmal auf den Ort zurückschauen. Das Wetter ist trüb, aber trocken und ziemlich windstill. Mit 11 Grad ist es allerdings eher kühl im Vergleich zu gestern und vorgestern um die gleiche Uhrzeit. An einem Aussichtspunkt versucht eine englische Familie, ein Selbstauslöserbild zu machen. Sie haben ein kleines Stativ mit drei biegbaren Beinen dabei, „my new toy“, sagt die Mutter und versucht, es an einem Pfahl festzumachen. Nach mehreren misslungenen Versuchen bietet mein Vater an, ein Bild von der Familie zu machen, aber der Mann lehnt ab: „No, no, she’s only just bought it, now she has to use it so the money hasn’t been wasted.“ Als wir wieder ins Auto steigen, klappt es endlich mit dem Foto, sie lachen zu uns herüber, wir lachen mit erhobenen Daumen zurück und fahren weiter.

Dann kommen wir nach Eskifjörður, das eine ähnliche Einwohnerzahl hat wie Reyðarfjörður. Am Ortseingang befindet sich ein Fußballplatz, daneben ein großer Steinfußball auf einem Sockel. Sieht so aus, als sei der örtliche Fußballverein ganz erfolgreich, aktuell spielt er allerdings nicht in der von Clubs aus Reykjavík und Umgebung dominierten höchsten isländischen Liga. Wir fahren durch den Ort hindurch und entdecken ein Haus, dessen kleiner Vorgarten vollgestopft ist mit Gartenzwergen und anderen Figuren. Auch auf Eskifjörður kann man noch einmal von oben zurückblicken. Dann geht es vorbei an einer beeindruckenden Fjordlandschaft mit bizarren Berghängen und kleinen Inseln in Richtung Neskaupstaður. Kurz vor dem Tunnel, durch den wir fahren müssen, entdecken wir einen Skilift, wir befinden uns im Skigebiet Oddsskarð. Was für eine grandiose Aussicht man hier beim Skifahren haben muss, wenn es denn klar genug ist.

Einfahrt nach Eskifjörður
Einfahrt nach Eskifjörður
Rückblick auf Eskifjörður
Rückblick auf Eskifjörður
Kleine Insel im Fjord
Kleine Insel im Fjord
Hier kann man im Winter Skifahren
Hier kann man im Winter Skifahren

Neskaupstaður ist die östlichste Ortschaft Islands. Auch hier leben mehr als 1000 Menschen. Ich hätte gar nicht erwartet, dass es in dieser Gegend gleich mehrere Orte mit einer für isländische Verhältnisse recht großen Einwohnerzahl gibt. Es ist halb zwölf, der Supermarkt auf der Hauptstraße von Neskaupstaður öffnet sonntags um zwölf. Wir vertreiben uns die Zeit mit einem Kaffee in der Tankstelle. Es ist die einzige Tankstelle, die ich je gesehen habe, die über eine Terrasse mit Sitzmöglichkeiten verfügt, und das auch noch direkt am Meer. Die Tür zur Terrasse ist verschlossen, allerdings würde uns dort wahrscheinlich auch der Kaffee um die Ohren fliegen. Wir setzen uns auf zwei Barhocker an einen Tisch direkt am Fenster und können so aufs Wasser schauen und die Möwen beobachten. Am Nachbartisch sitzt ein älteres isländisches Ehepaar. Der Mann lässt seine Würstchen und Kartoffeln kalt werden, während er Zeitung liest. Immer wieder kommentiert er, was er liest. Mit seinem Aussehen – Bierbauch, Knollennase, ein Gesicht, dem man den ständigen Wind ansieht – und seiner nuschelnden Aussprache und tiefen Stimme würde er wunderbar in einen schrulligen isländischen Film passen. Seine Frau macht sich über ihr Essen her und brummt nur ab und zu, um zu verstehen zu geben, dass sie ihm zuhört – oder zumindest so tut.

Gegenüber der Tankstelle befindet sich ein CD-Laden, der gleichzeitig auch Backwaren verkauft und Übernachtungsmöglichkeiten anbietet. Im Schaufenster hängen T-Shirts von skandinavischen Metalbands. Hier im Ort findet seit 2005 jedes Jahr im Juli das Metalfestival „Eistnaflug“ statt. Wir kaufen ein und schauen uns noch ein bisschen an dem kleinen Hafen um, bevor wir weiterfahren. Da Neskaupstaður am Ende eines Fjords liegt, müssen wir den gleichen Weg wieder zurück, den wir gekommen sind, und noch einmal durch Eskifjörður und Reyðarfjörður fahren. Mein Vater klettert den Hang des Bergs, durch den der Tunnel führt, ein Stück hinauf und steht schließlich auf dem Tunnel. Ein gutes Bild.

Der Hafen von Neskaupstaður
Der Hafen von Neskaupstaður

Wenn man von dieser Seite nach Eskifjörður kommt, fährt man an einer kleinen, fast dreieckigen Halbinsel vorbei, auf der ein paar hölzerne Campinghütten stehen – und der kleinste Leuchtturm, den ich bisher gesehen habe. Er sieht aus wie ein gelber Legostein, den man hochkant gestellt und mit einer roten Lampe versehen hat. Hier gibt es auch einen Wegweiser mit den Entfernungen zu einigen isländischen und internationalen Städten. Nairobi, Madrid, Peking, London, þórshöfn, Bethlehem, Varsjá (das ist nicht etwa ein Fluss in Island, sondern die isländische Schreibweise von Warschau). Bis nach Nuuk auf Grönland sind es 1778 Kilometer, bis nach Kopenhagen (auf Isländisch Kaupmannahöfn) drei Kilometer mehr. 2006 waren wir in den Westfjorden unterwegs, wenn man dort ganz in den Norden fährt, ist man nur noch etwa 350 Kilometer von Grönland entfernt. Einige Meter weiter stehen vor einem Haus die Kieferknochen eines Wals, ein Tor, durch das ich locker hindurchgehen könnte, ohne den Kopf einziehen zu müssen.

Die kleine Halbinsel in Eskifjörður
Die kleine Halbinsel in Eskifjörður
Blick von der Halbinsel auf den Ort
Blick von der Halbinsel auf den Ort, im Vordergrund Treibholz

***

In Fáskrúðsfjörður waren wir 2005 schon einmal. Seitdem hieß der Ort mit dem für Nicht-Isländer nur sehr schwer aussprechbaren Namen bei uns nur „das Dorf mit Fransmenn á Íslandi“. Das ist der Name des örtlichen Museums, am Ortseingang steht ein Schild mit dieser Aufschrift, darunter ist zu lesen: „Les Français en Islande“. Isländisch und Französisch zusammen auf einem Schild, das ist ein seltener und irgendwie ziemlich kurioser Anblick. Hier in Fáskrúðsfjörður lebten vom Ende des 19. Jahrhunderts bis etwa 1935 viele französische Fischer, und davon zeugen heute noch ein Museum sowie die zweisprachigen Straßenschilder: Búðavegur/Chemin de Búðir. Vor jedem zweiten Haus flattern eine isländische und eine französische Fahne. Der 650-Einwohner-Ort ist außerdem Partnerstadt von Gravelines, ganz im Norden von Frankreich. Ich würde wirklich gerne einmal hören, wie ein Franzose den Namen Fáskrúðsfjörður ausspricht.

In Fáskrúðsfjörður
In Fáskrúðsfjörður

Auf dem Weg nach Stöðvarfjörður fängt es an zu regnen. Daher essen wir unseren Mittagsimbiss wieder im Auto, an der Bushaltestelle in der Ortsmitte. Stöðvarfjörður ist klein und uninteressant, hier gibt es nur die private Steinsammlung einer alten Frau zu sehen. Das scheint allerdings durchaus Touristen anzulocken, sogar in Reisebussen. Wir aber verlassen den Ort und damit auch die Gemeinde Fjarðabyggð. Die Landschaft hier ist geprägt von bizarren Bergformationen, eingehüllt in hellgraue Wolken. Einige Felsspitzen scheinen die Wolken zu durchstechen, Risse zu verursachen in dem Wolkenvorhang.

Berggipfel + Wolken DSCF0383 DSCF0387

Auch Breiðdalsvík ist unspannend, das Einzige, was hier unsere Blicke auf sich zieht, ist das Hotel am Ortseingang, vor dem neben der isländischen Fahne auch eine Flagge von Niedersachsen im Wind weht. Wir fahren weiter, in Richtung Djúpivogur. Hier ist die Straße Nr. 1 einige Kilometer weit nicht asphaltiert. Im Nieselregen hoppeln wir voran, das Radio läuft. In vielen Gegenden Islands, die weit von Reykjavík entfernt sind, empfängt man nur einen oder zwei Sender, hier sind es immerhin vier. Man redet sehr gerne sehr viel im isländischen Radio. Jetzt aber ist ein Musiker bei einem der Sender zu Gast, er spielt Gitarre und singt live, und zwar amerikanische Oldies. Es scheint sich um eine Art isländischen Elvis zu handeln, eigentlich nicht unser Musikgeschmack, aber unterhaltsam, Musik, die man hört, um sich darüber zu amüsieren.

Zwei Mal laufen Schafe vor uns über die Straße, einmal eine Gans. Der sehr auffällige, pyramidenartig geformte Berg, an dessen Fuß Djúpivogur liegt, ist schon von Weitem erkennbar. 2005 waren wir schon einmal in Djúpivogur, damals schien die Sonne auf den schönen kleinen Ort. Heute ist es grau, aber immerhin inzwischen trocken. Wir trinken Kaffee in der Langabúð, dem ältesten Haus des Ortes, das im Jahre 1790 aus rot angestrichenem Holz gebaut wurde. Neben dem Café befindet sich hier drinnen auch ein Museum über die Geschichte der Gegend. Überall wird man in Djúpivogur auf das Kunstwerk „Eggin í Gleðivík“ aufmerksam gemacht. Es handelt sich um Nachbildungen von 34 Eiern verschiedener Vogelarten, die hier in der Umgebung heimisch sind. Sie stehen auf Betonsockeln in der Nähe vom Hafen. Wir sehen uns dort kurz um und verlassen Djúpivogur.

Djúpivogur
Djúpivogur
Der Pyramidenberg
Der Pyramidenberg

Bald darauf erleben wir einen islandtypisch plötzlichen Wetterumschwung, die Sonne kommt heraus und die Temperatur steigt auf 14 Grad. Das Meer ist in goldenes Sonnenlicht getaucht, während die Gipfel der Berge rechts von uns noch immer teilweise von Wolken verdeckt werden. Der isländische Elvis spielt nicht mehr, stattdessen hören wir wieder eine meiner CDs, für die Musik bin bei unseren gemeinsamen Reisen immer ich zuständig. Wir halten an einem Parkplatz oberhalb eines kleinen, schwarzen Strands. Große Felsbrocken werden von den Wellen umspült, eine Möwe kreist über uns, während wir dastehen und Fotos machen. Auf einer Halbinsel in der Nähe steht wieder ein gelber Leuchtturm, der allerdings größer ist als der in Eskifjörður, daneben ist noch ein schwarzer Strand. Auf der anderen Straßenseite befindet sich ein Berg mit beeindruckendem, gezacktem Gipfel, ein tolles Bild in der Abendsonne. Wir fahren auf die Halbinsel, die Sonne blendet und wärmt uns. Wir steigen aus, die Autotür bleibt offen, gerade läuft „Under your wings I’ll hide“ von Immanu El, der perfekte Song für diesen Moment, in dem ich wieder einmal überwältigt bin von der Schönheit der isländischen Natur. Wie oft habe ich in diesem Land schon gedacht: Schöner, faszinierender, beeindruckender kann es nicht mehr werden, nur um hinter der nächsten Kurve festzustellen: doch, das geht.

Langsam wird es heller am Himmel
Langsam wird es heller am Himmel
schwarzer Strand
Schwarzer Strand
Toller Berggipfel
Der Berg Eystrahorn
Der größere gelbe Leuchtturm
Der größere gelbe Leuchtturm

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Kurz vor Höfn, wo sich die vorletzte Jugendherberge unserer Reise befindet, müssen wir noch einmal durch einen Tunnel fahren. Rechts davon kann man noch ein Stück eine steile Schotterstraße hochfahren, die zu einem Aussichtspunkt führt. Oben ist der Wind sehr stark, aber die Abendsonne und die tolle Landschaft treiben uns einmal mehr aus dem Auto. Wir blicken auf eine Art Sandbank, u-förmig im Meer, dann geht es durch den Tunnel, hinter dem wir recht bald Höfn erreichen. Hier gibt es schon einige Schilder, die darauf hinweisen, dass es nicht mehr allzu weit ist bis zum Vatnajökull, dem größten Gletscher Europas.

Kurz vor Höfn
Kurz vor Höfn
Am Aussichtsparkplatz am Tunnel nach Höfn
Oberhalb des Tunnels vor Höfn
Am Ortseingang von Höfn
Am Ortseingang von Höfn

Mit seinen circa 1600 Einwohnern wirkt Höfn sehr städtisch, es scheint aus mehreren, recht weit verstreuten Ortsteilen zu bestehen. Die Jugendherberge befindet sich am Ortsrand, sie ist ziemlich groß, und hat ein bisschen etwas von dem Massenbetriebs-Charakter der Jugendherberge in Reykjavík, in der wir 2005 übernachtet haben. Der junge Mann an der Rezeption ist unglaublich langsam und anscheinend mit dem Computerprogramm überfordert, das er benutzen muss, um uns einzutragen, so dass es einge ganze Weile dauert, bis die drei Italiener vor uns und wir selbst unsere Zimmerschlüssel erhalten. Wir beschließen, uns vor dem Abendessen noch im Ort umzusehen, da das Wetter gerade sehr schön ist. Wir fahren mit dem Auto zum Hafen und stellen unterwegs fest, dass Höfn irgendwie kein richtiges Zentrum hat. Es gibt zwar Supermärkte und einige andere Läden, plus die üblichen öffentlichen Einrichtungen, Polizeistation und so weiter, aber eine eindeutige Hauptstraße, wie die meisten anderen isländischen Orte sie haben, kann man nicht erkennen. Besonders schön oder aufregend ist Höfn nicht, aber am Hafen spiegeln sich die Schiffe ähnlich toll im spiegelglatten Wasser wie am Donnerstag Abend in Siglufjörður.

Die Jugendherberge in Höfn
Die Jugendherberge in Höfn
Am Hafen von Höfn
Am Hafen von Höfn

Die Schiffe, die hier liegen, sind allerdings größer als die in Siglufjörður. Vom Hafenrestaurant weht der Geruch von Garnelen mit Knoblauch herüber. Über eine Leiter kann man auf das alte, an Land liegende Schiff „Akurey“ klettern, so hat man einen noch besseren Blick auf die schöne Szenerie in der Abendsonne. Am blauen Himmel hängt eine dunkelgraue Wolke, deren Form dem Umriss von Island ziemlich nahe kommt. Sie spiegelt sich im Wasser, das Schiff dahinter fährt gemächlich auf die Reflexion zu. In einer Lagerhalle um die Ecke gibt es eine Schifffahrts-Ausstellung, die laut dem Schild am Eingang eigentlich schon geschlossen sein sollte, aber trotzdem noch frei zugänglich ist. Wir sehen uns dort um und machen uns dann auf den Weg zurück zum Auto, vorbei an der Polizei, einem Fußballplatz und dem Kiosk „Trölli“. Auf der Fahrt zur Jugendherberge fällt uns auf, dass bei hereinbrechender Dunkelheit fast nirgendwo in den Häusern ein Licht brennt, was machen die Einwohner von Höfn wohl sonntags abends?

Die islandähnliche Wolke
Die islandähnliche Wolke
Ausblick vom Schiff "Akurey"
Ausblick vom Schiff „Akurey“

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Die Jugendherberge in Höfn gehört zu den teureren in Island, aber wir können nicht so richtig nachvollziehen, warum das so ist. Die Küche zum Beispiel ist sehr schlecht ausgestattet, wir finden kein einziges scharfes Messer, mit dem man Möhren schneiden könnte. Zudem ist eine größere Gruppe Spanier, von denen keiner spanisch aussieht, gerade bei der Vorspeise eines 3-Gänge-Menüs. Wir begnügen uns mit Nudeln und Rohkost, da es keine saubere Pfanne gibt, in der wir die eigentlich geplanten Bratkartoffeln zubereiten könnten. Am Nachbartisch spielt ein holländisches Paar ein Kartenspiel, dessen Regeln anscheinend besagen, dass einmal pro Runde fest mit der Faust auf den Tisch gehauen werden muss, und zwar von beiden Mitspielern. „Wie in einer Kneipe“, sagt mein Vater, und das beschreibt ganz gut die allgemeine Atmosphäre in diesem Essbereich, der sich auch noch im Durchgang zwischen den beiden Gebäudetrakten mit den Zimmern befindet.

Die Spanier essen Fisch aus dem Ofen, dann gibt es verschiedene Nachtische. Festmahl in der Jugendherberge. Seltsamerweise baut einer von ihnen danach noch auf einem Nebentisch Boxen mit Cornflakes und Müsli auf, geht man etwa direkt zum Frühstück über? Das erfahren wir nicht mehr, wir gehen lieber noch in unserem Zimmer ein bisschen lesen. Vorher muss aber noch gespült werden, in dem Spülbecken, das vollgepackt ist mit dem dreckigen Geschirr der Spanier, bei denen sich anscheinend keiner fürs Spülen verantwortlich fühlt. Vor dem Einschlafen sichte ich die Fotos, die ich bisher auf der Reise gemacht habe, über tausend Fotos an fünf Tagen, viel passt nicht mehr auf die 4-GB-Speicherkarte.

Ein Gedanke zu „Sonntag, 25.08.2013: Orte, Fjorde und Natur des Ostens

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