Für XY

Widmungen in Romanen sind nichts besonderes. Noch vor den Anfängen findet man in vielen Büchern ein „für [hier Namen einfügen]“. Doch manche Widmungen sind kreativer. In einem Neuzugang zu unserer Büchersammlung (ich bezeichne sie natürlich auch gerne als Privatbibliothek) entdeckte ich jetzt eine Widmung, die mir gut gefallen hat, und da habe ich mal wieder die Romane durchstöbert – für sowas habe ich jetzt in den Semesterferien ja endlich mal wieder Zeit. Besonders viele Widmungen, die mehr sind als nur „für Sowieso, Sowieso und Sowieso“, habe ich nicht entdecken können, aber immerhin fand ich einige, die mir so gut gefielen, dass ich sie hier präsentieren will:

„Der Autor dankt Anke Westphal jetzt endlich und von Herzen für das im Jahre 1984 geschenkte DDR-Kochbuch.“ [Ingvar Ambjørnsen: Eine lange Nacht auf Erden]

„In memory of Barbara Richards who knew more about getting things done than I’ll ever know.“ [Mike Gayle: The To-Do-List – man muss dazu vielleicht wissen, dass es in diesem Roman um ein Projekt des Autors geht, das darin besteht, dass er alles auflistet, was er schon immer einmal machen wollte und dann versucht, jeden einzelnen Punkt auf dieser Liste auch tatsächlich abzuhaken, koste es, was es wolle.]

„Tabitha – welcoming you to the undeniably enjoyable and generally underrated sense of being known as existence.“ [Jasper Fforde: Shades of Grey. 1 – The Road to High Saffron]

„In memory of Colin Ravey, because some people are too large to be contained by just the one universe.“ [Ben Aaronovitch: Rivers of London – in Aaronovitchs „Rivers of London“-Trilogie existiert eine Art Paralleluniversum. ]

„Dies – wie ohnehin alles für Anke. To know you is to love you, to love you is to be part of you. (Versmaß! Aber von Madonna gesungen, kommt es magischerweise hin.)“ [Benjamin von Stuckrad-Barre: Livealbum]

„The dedication of this book is split seven ways: to Neil, to Jessica, to David, to Kenzie, to Di, to Anne, and to you, if you have stuck with Harry until the very end.“ [J. K. Rowling: Harry Potter and the Deathly Hallows – die „seven ways“ sind natürlich eine Anspielung auf die horcruxes und die siebenfache Seelenspaltung Voldemorts]

„Den Einwohnern von Helsingfors: den Toten, den Lebenden, den Kommenden. Den Städtern: allen, die man in ein eiskaltes Grab senkte; allen, die noch auf diesen Straßen gehen; allen, die noch darauf warten, bis sie an der Reihe sind.“ [Kjell Westö: Wo wir einst gingen]

Mein absoluter Favorit unter den Widmungen ist die Folgende, die ich gerne auf der ersten Seite meines Erstlingswerkes zitieren würde, sollte es denn jemals dazu kommen, dass ein solches erscheint:

„Meinen Eltern gewidmet. (Das ist nun der Dank)“ [Rolf Lappert: Der Himmel der perfekten Poeten]

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8 Gedanken zu „Für XY

  1. Tja, eine gewisse inhaltliche Verbindung zwischen Buch und Widmung mag ja ganz nett sein. Aber was ist mit folgendem Titel und der Widmung darunter (häufig zitiert von deinem Onkel Wolfgang):
    Krankheitsbilder des weiblichen Uterus
    meiner Frau Renate
    ???
    Oder auch die juristische Dissertation “ Über den Begriff der Kuppelei“
    meinen lieben Eltern
    ???

    1. Oh ja, man sollte sich – vor allem bei wissenschaftlichen Werken – wohl genau überlegen, ob Titel und Widmung zusammen gehen (wobei ich Widmungen bei solchen Werken ziemlich überflüssig finde). Herrlich!

  2. Spätestens jetzt ist es unumgänglich: Dein Erstlingswerk MUSS erscheinen . . . und wir sind äußerst gespannt darauf.

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