Endpunkte (?)

Der letzte Satz eines Romans oder einer Geschichte will ebenso gut durchdacht sein wie der erste. Darauf hat mich S. in einem Kommentar zu „Anfänge“ aufmerksam gemacht, und außerdem gleich einige interessante Fragen zu den verschiedenen Arten von letzten Sätzen aufgelistet. Nun habe ich mal wieder unser Bücherregal durchforstet, auf der Suche nach besonders gelungenen Schlusssätzen. Und dabei konnte ich so einiges beobachten und feststellen.

Feststellung Nummer 1 (wahrscheinlich für die meisten wenig überraschend): Ein Ende ist nicht immer wirklich ein Ende. Es gibt viele Romane, die vollkommen offen enden, und es gibt mindestens genauso viele, deren letzte Sätze andeuten, dass auf die soeben zu Ende erzählte Geschichte eine neue folgen wird, die der Leser allerdings nicht erfährt. Vielmehr muss (oder kann) man sich selbst vorstellen, was im Anschluss an das Gelesene passieren wird. So ist es bei den folgenden Beispielen:

„Ich muss erst noch einmal das Land umrunden.“ (Kristín Marja Baldursdóttir: Die Eismalerin)

„Und die Reise geht weiter.“ (Huldar Breiðfjörð: Liebe Isländer)

Aber – Feststellung Nummer 2 – der letzte Satz dient oft auch als Ausblick auf eine tatsächlich eines Tages erscheinende Fortsetzung des Romans. Ein gutes Beispiel hierfür sind die ersten sechs Harry-Potter-Bände, die, wie ich finde, alle mit sehr guten letzten Sätzen beendet wurden. Ganz besonders gefallen mir diese drei:

„And grinning broadly at the look of horror on Uncle Vernon’s face, Harry set off towards the station exit, Hedwig rattling along in front of him, for what looked like a much better summer than the last.“ (J. K. Rowling: Harry Potter and the Prisoner of Azkaban)

„As Hagrid had said, what would come, would come … and he would have to meet it when it did.“ (J. K. Rowling: Harry Potter and the Goblet of Fire)

„His hand closed automatically around the fake Horcrux, but in spite of everything, in spite of the dark and twisting path he saw stretching ahead for himself, in spite of the final meeting with Voldemort he knew must come, whether in a month, in a year, or in ten, he felt his heart lift at the thought that there was still one last golden day of peace left to enjoy with Ron and Hermione.“ (J. K. Rowling: Harry Potter and the Half-Blood Prince)

Diese Beispiele deuten schon auf Feststellung Nummer 3 hin: in vielen Fällen braucht man, um mit dem letzten Satz überhaupt etwas anfangen zu können, eine ganze Menge Vorwissen. Natürlich macht es nie Sinn, einen letzten Satz zu lesen, bevor man den Roman gelesen hat (auch wenn ich zugeben muss, dass ich zu den Leuten gehöre, die genau das gerne tun). Aber dies ist nicht immer gleich stark der Fall. Hätte ich nie Harry Potter gelesen, wüsste ich zum Beispiel nicht, was ein Horcrux ist, oder was es mit dem „dark and twisting path“ auf sich hat, der Harry erwartet. Im Gegensatz dazu kann man die folgenden letzten Sätze problemlos auch dann verstehen, wenn man nichts über die Protagonisten und die Handlung des Romans weiß. Weil sie nämlich mit beidem – zumindest auf den ersten Blick – nichts zu tun haben.

„Glückliche Menschen haben ein schlechtes Gedächtnis und reiche Erinnerungen.“ (Thomas Brussig: Am kürzeren Ende der Sonnenallee)

„Und jeder hat den Teufel, den er verdient.“ (Arturo Pérez-Reverte: Der Club Dumas)

„Letzten Endes waren die wichtigen Dinge so einfach.“ (Leena Lehtolainen: Auf der falschen Spur)

Diese Beispiele, besonders Letzteres, sind auch eine gute Überleitung zu Feststellung Nummer 4: Viele Romane enden mit einer Art Weisheit, einem Spruch, der in Erinnerung bleibt. Häufig handelt es sich hierbei um eine – in manchen Fällen plötzliche – Erkenntnis der Hauptfigur:

„,Ja’, sagte er, ,so einfach ist das im Grunde.’“ (Ingvar Ambjørnsen: Blutsbrüder)

„Vielleicht ist dies der höchste Grad der Liebe: zu lieben ohne zu besitzen.“ (Marion Gräfin Dönhoff: Kindheit in Ostpreußen)

Diese Erkenntnis-Schlusssätze gibt es auch in sehr persönlichen Varianten, bei denen es darum geht, was die jeweilige Figur aus den in dem Roman geschilderten Erlebnissen für sich mitnimmt:

„And if one day (more likely than not on the eve of a birthday) I reached the point again where I’d got so sick of everything (the untidy house, the unsuitable clothes, the over-reliance on property programmes for entertainment) that I ended up writing yet another list, I was fine with that too because at least this time I’d be more aware of what I was letting myself in for.“ (Mike Gayle: The To-Do-List)

Als Gegensatz zu Feststellung Nummer 1 zeigt sich Feststellung Nummer 5: Einige letzte Sätze sind so final, dass man sich keine Fortsetzung vorstellen kann. In diese Kategorien fallen keineswegs nur Happy Ends, viele der letzten Sätze dieses Typs klingen ziemlich traurig, aber trotzdem hat man das Gefühl, dass der Roman auf keinen Fall anders enden könnte.

„Kurz darauf verlieren sich Vater und Sohn, Dunstgestalten, im Gedränge auf den Ramblas, ihre Schritte gehen für immer unter im Schatten des Windes.“ (Carlos Ruiz Zafón: Der Schatten des Windes)

Feststellung Nummer 6: Es gibt letzte Sätze, die ein „Vielleicht“-Gefühl hinterlassen. Das sind diejenigen letzten Sätze, die weder ein definitives Ende bedeuten noch eindeutig als Anfang einer neuen Geschichte angesehen werden können. Häufig deuten Schlusssätze dieses Typs an, dass die Entwicklung einer oder mehrerer Romanfiguren noch nicht abgeschlossen ist, in einigen Fällen wird sie das wohl auch nie sein, die Figur(en) weiß/wissen genauso wenig wie der Leser, wie es in ihrem Leben weitergehen wird (was nicht bedeuten muss, dass sie mit dem Jetzt-Zustand unzufrieden ist/sind). Manchmal erscheint dem Leser dabei ein Happy End wahrscheinlich, manchmal sieht man die Figur aber auch ins Unglück laufen.

„Es ist ungesund, das Zeug hinunterzukippen, aber es ist auch ungesund, überhaupt auf die Welt zu kommen und so viel Zeit totschlagen zu müssen, so viele Erinnerungen zu produzieren, so viel Leben in sich zu haben, also stoßen wir an und hoffen, dass alles gut wird.“ (Frank Goosen: So viel Zeit)

„Der Rest wird sich schon irgendwie ergeben.“ (Sven Regener: Herr Lehmann)

„Sie machte die Tür ganz auf und ließ ihn wieder in ihr Leben.“ (Stieg Larsson: Vergebung)

„Sie lacht, es ist lange her, und langsam klettert sie hinunter in den Röhrengang, die schmalen Metallsprossen der Leiter sind glatt, und sie klammert sich an das, was an der Wand befestigt ist, sie weiß, wenn sie unten angekommen ist, kann sie den ganzen Weg zum Fridhemsplan gehen, nach Hause, zu Leo, und vielleicht, vielleicht wird sie später auch noch herausfinden, wo Papa wohnt, vielleicht wird sie ihn aufsuchen.“ (Anders Roslund/Börge Hellström: Blinder Glanz)

Feststellung Nummer 7: Veränderungen – bereits abgeschlossene oder bevorstehende – spielen in letzten Sätzen oft eine Rolle. Im Verlauf vieler Geschichten wird mindestens einer der Figuren bewusst, dass sich etwas ändern muss, etwas Großes, Grundlegendes, oder auch nur ein kleines Detail. Dies kann sich entweder auf die Figuren selbst oder auf die gegebene Situation im Allgemeinen beziehen.

„At the end of the street he turned and caught one last glimpse of his old front door, and as he did so all he could find himself thinking was: I can change, I can change, I promise I can change change change.“ (John Lanchester: Capital)

„Maybe they are waiting for nothing in particular, just waiting for something to change.“ (Barbara Demick: Nothing to Envy)

Feststellung Nummer 8: Auch bei letzten Sätzen bedienen sich viele Autoren des Stilmittels „in medias res“. Betrachtet man wirklich nur den allerletzten Satz, hat man das Gefühl, dass viele Romane abrupt enden, mittendrin. Oft liegt das auch daran, dass im letzten Satz etwas vollkommen Banales geschildert wird, etwas, das jeden Tag passiert, und das im Roman vielleicht auch schon an mehreren anderen Stellen beschrieben wurde, so wie hier:

„Er saß in der Küche, aß ein Butterbrot und hatte den Abendbrottisch gedeckt.“ (Åke Edwardson: Der Jukebox-Mann)

Interessant ist bei diesem Beispiel, dass der erste Satz des Romans von etwas handelt, das so gar nicht alltäglich ist: „In Detroit City war Kennedy erschossen worden.“ Auch der folgende Schlusssatz schildert eine Situation, die kaum als total besonders bezeichnet werden kann, und doch ist dies eine andere Art letzter Satz als das vorherige Beispiel.

„Und Gunnar Barbarotti lächelte auch, während er langsam von dem Augenblick erfüllt wurde – dem jazzigen Klavierspiel, dem kleinen Schluck Cognac, der immer noch am Grunde seines Glases lag, Eva Backmans vertrauten Lachfältchen und dem winzigen Muttermal über ihrer rechten Augenbraue, den halb schlummernden, aber immer anwesenden Gedanken an Marianne, an die Kinder, von der Bedürfnislosigkeit und der Harmonie, die sich ohne Vorwarnung in seinem Leben eingefunden hatte, von dem ruhigen, zivilisierten Gemurmel im Kellergewölbe einer fremden Stadt – und gleichzeitig von der eigenartigen inneren Befriedigung, die ein blindes Huhn verspürt, wenn es endlich glaubt, ein Korn gefunden zu haben.“ (Håkan Nesser: Das zweite Leben des Herrn Roos)

Dieser letzte Satz passt mehr in die Kategorie Zusammenfassung. Er greift wichtige Personen auf, geht auch in gewisser Weise auf deren Beziehung ein, und beschreibt die Entwicklung der Situation der Hauptfigur. Er leitet außerdem über zu Feststellung Nummer 9: Viele letzte Sätze sind sehr lang. Es wirkt fast so, als könnten sich viele Autoren nicht trennen von ihren Geschichten, ihren Figuren, der von ihnen erfundenen Welt. Und als würden sie deshalb den letzten Satz absichtlich besonders lang gestalten. Das ist ein bisschen seltsam bei Autoren, die sonst kaum lange, verschachtelte Sätze formulieren, aber im Allgemeinen finde ich lange letzte Sätze genauso toll wie lange erste Sätze. Zum Beispiel mag ich diesen hier:

„Midsummer’s Day was gathering up its robes and making way for Midsummer’s Night where the everyday order of things would be turned on its head, the world made topsy-turvy, `normal’ would become `weird’, eccentric made centric, and in the midst of it all a grizzly ex-biker, ex-squaddie from Winchester, Tintagel, Liverpool, London, depending on which day you ask him, a man who believed himself to be the reincarnation of an ancient English monarch, a campaigner who had battled to make this solstice celebration possible, someone who understood England and Englishness better than anyone else I had met and who never tired of telling me that he was no man’s fool, would, for that one night in the eyes of the people he met, become king.“ (Henry Hemming: In Search of the English Eccentric)

Dem Anfang dieses Schlusssatzes kann man schon ansehen, was Feststellung Nummer 10 ist: In letzten Sätzen werden oft, genau wie in ersten Sätzen, das Wetter, die aktuelle Jahres- und/oder Tageszeit und ähnliche Gegebenheiten beschrieben.

„Der Wind kam weiterhin eisig vom Fluss zwischen den Häusern hindurch, und meine Hand fühlte sich geschwollen an und schmerzte dort, wo die Nägel durch die Haut gedrungen waren, als ich sie so fest zur Faust geballt hatte, und doch fühlte sich in diesem Augenblick alles wunderschön an: Der Anzug war schön, die Stadt war schön, wenn man auf dem Straßenpflaster lief, und wir entscheiden schließlich selbst, wann es weh tut.“ (Per Petterson: Pferde stehlen)

Dieser letzte Satz ist auch ein Beispiel für Romanenden, bei denen der Autor den Leser mit einem positiven Gefühl, einer „trotz allem ist alles gut“-Stimmung aus dem Roman entlässt. Diese Schlusssätze stecken voller Hoffnung, so wie auch dieser:

„Und bestimmt, da bin ich mir sicher, erinnert sich das eine oder andere Ehepaar am Hochzeitstag regelmäßig und wohlwollend an die fleißigen fünf Männer mit den beiden verschiedenen Garderoben, die den schönsten Tag im Leben erst so richtig zu einem Erlebnis werden ließen.“ (Heinz Strunk: Fleisch ist mein Gemüse)

Im Gegensatz dazu gibt es auch letzte Sätze, die – und das ist Feststellung Nummer 11 – so formuliert sind, dass sie den Leser nicht so schnell loslassen. Dies sind keine glücklichen Enden, sie lassen den Leser mit Mitleid für die Figur(en) zurück.

„He lost consciousness for a moment, then he heard the footsteps again, and again it seemed to him that they were his own, that it was himself and no one else who was running now, leaving behind, sprawled on the road, his own body that he had just struck down.“ (Ismail Kadare: Broken April)

In dieser Kategorie gibt es auch Schlusssätze, die zu Anfang positiv wirken, bis man zu den wirklich allerletzten Worten des Romans kommt und ein Umschwung zum Negativen deutlich wird. So wie hier:

„Sie wussten es noch nicht, aber Jahre des Wiederaufbaus und mühevoller Neuorientierung erwarteten sie, und sie sollten durch diese Jahre schreiten, ohne zu wanken, sie sollten sich fügen und alle Aufträge ausführen, die man ihnen erteilte, allerdings zu dem Preis, dass dieser verbissene Gesichtsausdruck für immer der ihre wurde.“ (Kjell Westö: Wo wir einst gingen)

Zum Schluss noch Feststellung Nummer 12: Fragen sind ein beliebtes Stilmittel beim letzten Satz. Oft sind das Fragen, die nicht beantwortet werden können, weder vom Autor noch vom Leser noch von einer der Romanfiguren.

„Was wäre mir das Leben noch wert gewesen, hätte es diese Blumen nicht gegeben?“ (Halldór Laxness: Atomstation)

Es ist schon erstaunlich, wie viel in einem einzigen Satz stecken kann. Man ist ja geneigt zu denken, dass der erste Satz nicht mehr sei als nur die Einleitung und der letzte Satz nur irgendeine Art von Schlusspunkt, entweder Happy End oder eben nicht. Aber das ist längst nicht alles. Während man beim Formulieren des ersten Satzes Angst haben kann, dass er den Leser abschrecken könnte, ist es beim letzten Satz schwer, seine eigene Geschichte zu verlassen. Vielleicht ist das ein Grund, warum ich bisher noch nie etwas wirklich zu Ende geschrieben habe, abgesehen von Kurzgeschichten. Deshalb kann ich hier auch keinen eigenen letzten Satz präsentieren, außer einem, den ihr aus diesem Post schon kennt: „Dann kommt der Bus.“

Und welche letzten Sätze gefallen euch besonders?

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11 Gedanken zu „Endpunkte (?)

  1. Vielen Dank für das Aufgreifen des Themas der letzten Sätze – sehr, sehr interessant zu lesen, was Du daraus gemacht hast! :o) Hier ein paar letzte Sätze aus Büchern, die noch nicht in Umzugskartons verstaut sind:

    „Hier haben nun die Riesenbienen der Phantasie Jahr und Tag uns umschwärmt, wie sie aber in den Korb der Wirklichkeit gelangen sollen, dafür müssen sie wahrhaftig selber sorgen.“
    (Selma Lagerlöf: Gösta Berling)

    „Ein Wohnung zuäußerst im Meer.“
    (Astrid Lindgren: Ferien auf Saltkrokan)

    „Nicht eine Spur gibt es von dem, an dessen Namen er sich nicht mehr erinnern kann.“
    (Kerstin Ekman: Skord von Skuleskogen)

    „Ich weiß es nicht, aber ich will es so gerne glauben.“
    (Selma Lagerlöf: Mårbacka)

    „Oder auch nicht.“
    (Kerstin Ekman: Tagebuch eines Mörders)

    „Die ist unterwegs zu den Sternen, wo sie einst vor Anker gehen wird.“
    (Carl Friedman: Verweilen bei Bette (Erzählung))

    „Der Junge sitzt bewegungslos, draußen schweben Engelsflügel, er sieht zu, wie sich Bárður auflöst und zu einem kalten Hauch wird.“
    (Jón Kalman Stefánsson: Himmel und Hölle)

  2. Das sieht ganz danach aus! Als skandinavische „Gemeinschaftsproduktion“ bin ich allerdings in gewisser Hinsicht vorbelastet … ;o)

  3. Auch von mir noch zwei bemerkenswerte letzte Sätze, die mir spontan (wieder) in den Sinn kommen:

    1. „In diesem Augenblick ging über die Brücke ein geradezu unendlicher Verkehr.“ (Georg hatte sich im Satz vorher gerade über das Brückengeländer geschwungen und in den Tod gestürzt.) (Franz Kafka: Das Urteil)

    2. „Es ist wahr, daß ich, wie der früheste Mensch, durch die Vertreibung aus dem Paradies erst entstand.“ (Es ging um die Notwendigkeit, in schwierigen Zeiten immer wieder umziehen zu müssen; und die Lebensphase in Zürich hatte er besonders genossen.) (Elias Canetti: Die gerettete Zunge)

  4. „Natürlich macht es nie Sinn, einen ersten Satz zu lesen, bevor man den Roman gelesen hat“ – ich glaube, hier hat sich ein Fehler eingeschlichen. ;-)

    Tja, so ist das mit letzten Sätzen. Es ist schwer. Aber es ist doch auch bei vielen Dingen schwer, diese zu beenden. Insbesondere bei schönen Dingen. Aber mir gefallen deine Feststellungen. Und es sind wirklich schöne letzte Sätze dabei. :-)

    Habe meine eigene kleine Bibliothek leider nicht in Bonn.

  5. Endlich komme ich dazu, auch meinen Senf zum Allerletzten zu geben.
    Das merkwürdigste Ende eines Lustspiels ist für mich bei Heinrich von Kleist zu finden. In seiner Komödie Amphitryon ist das letzte gesprochene Wort „Ach!“ Das stelle ich mir komisch vor. „Ach!“ und dann geht der Vorhang zu. Was Kleist aber erreicht hat, ist, dass sich eine Horde von Germanisten auf die Interpretation dieses finalen „Ach“s gestürzt hat. Theodor Fontane hat es mit seinem letzten Satz aus „Effi Briest“ sogar in den Zitatenschatz der Deutschen geschafft. „Das ist ein zu weites Feld.“ Man kann also auch mit dem Schluss Karriere machen.

    1. Gute Idee, ich schreib am Ende eines Textes einfach mal „Oh!“ und gucke, was die Leute dazu sagen. =D Das Ende von „Effi Briest“ ist natürlich geradezu legendär, aber der Satz kommt so oft in dem Roman vor, dass ich ihn hier nicht aufgenommen hab.

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